Erinnerungskultur ist einer der Bausteine in der Arbeit der „OMAS GEGEN RECHTS“. Wie wichtig Erinnerung ist, hat sich für jede von uns bei dem Studium der Patienten-Akten eindrücklich gezeigt.
Die Arbeit der AG nähert sich im Jahr 2026 dem Höhepunkt und Finale. Zwei Jahre lang haben wir uns mit den erschütternden Fakten dieses Themas beschäftigt.
Alle Infos und Termine findet ihr auf einer Extra-Seite auf dieser homepage: Stolperschwelle 2026

1 x monatlich
20 Studierende in Ausbildung zu HeilerziehungspflegerInnen, 3 LehrerInnen und 5 OMAS haben am 28.04.2026 einen ganzen Schultag lang zusammengearbeitet. Es war eine tolle Atmosphäre, geprägt von Aufmerksamkeit, interessierten Nachfragen und Austausch.
OMAS stellen sich vor
Im ersten Teil des Tages stellten die OMAS sich vor. Die persönliche Motivation, bei den OMAS mitzuarbeiten, die Geschichte der OMAS und die verschiedenen Aktivitäten und Arbeitsgruppen wurden
vorgestellt und von den Studierenden wurden interessierte Nachfragen gestellt. „Was ist rechte Ideologie“ und „wie können wir dem entgegentreten“ führten zu lebhaften Diskussionen.
Gemeinsame Arbeit am Stolperschwellenprojekt
Die OMAS berichten von ihrer Recherche-Arbeit für die Stolperschwelle für die Bochumer Opfer des „Euthanasie“-Programms der Nationalsozialisten. Wir schilderten unsere Besuche im LWL-Archiv in
Münster, von Recherchen in verschiedenen Archiven, von der Zusammenarbeit mit Stadtarchiv, Klinik für Psychiatrie, Mansfeld -Schule, Prinz-Regent-Theater. Am Beispiel von Willy Klein, für den wir
2023 einen Stolperstein verlegt hatten, wurde die Biografie eines Opfers greifbar. Große Betroffenheit angesichts des Schicksals der Opfer war spürbar. Die SchülerInnen stellten
anschließend ihren Beitrag zur Recherche für die Stolperschwelle vor: Die TäterInnen
Die Wahl der Verlegungsstelle am Rathaus wurde erläutert und auf die anstehenden Veranstaltungen (s.o. auf dieser Seite) wurde hingewiesen.
Übergabe einer Spende der Studierenden für die Finanzierung der Stolperschwelle
Schöner Ausklang des gelungenen Tages war die Übergabe einer Spende in Höhe von 760 € durch die Studierenden. Über zwei Jahre lang hatten die Studierenden Flaschenpfand gesammelt und diesen
Betrag für die Finanzierung der Stolperschwelle an die OMAS übergeben. Herzlichen Dank für diese großartige Engagement und die großzügige Spende.
Die AG Stolperschwelle arbeitet mit dem Berufskolleg im ev. Johanneswerk in Bochum zusammen. Die Studierenden bearbeiten für die Präsentation im Stadtarchiv Biografien von Täter:Innen.
Für die Finanzierung der Stolperschwelle, für die die Omas gegen Rechts Bochum & West Patinnen sind, haben die Studierenden Pfandgeld gesammelt. Bis zum Ende des Jahres 2025 waren es bereits 380 € - und sie tun dies auch weiter.
Wir freuen uns über diese kreative Unterstützung.
Recherche und Erinnerungsarbeit:
Nachdem wir OMAS 2023 einen Stolperstein für ein einzelnes Opfer des sogenannten „Euthanasie“-Programms der Nazis haben verlegen lassen, wollen wir nun im Jahr 2026 Patinnen einer Stolperschwelle
für alle Bochumer „Euthanasie-Opfern“ (mind. 365 Personen) sein. Dafür haben wir die Schicksale der Opfer mit Unterstützung des Stadtarchivs und des LWL-Archivamtes Münster in Kooperation mit
Prof. Dr. Juckel vom Universitätsklinikum Bochum und Herr Sundermann (ehem. Leiter der Diakonie) recherchiert.
Eine Zusammenarbeit mit Lehrer*innen und Schüler*innen der Mansfeld-Schule ist ebenfalls verabredet.
Eine gemeinsame Fahrt nach Hadamar (Gedenkstätte in Hessen) wurde im Sommer 2025
durchgeführt.
08.07.2025 - Tagesfahrt mit der Mansfeldschule nach Hadamar
Ein Kachelboden, etwas antiquiert, in einem alten, bröseligen Keller, auch die Wände sind gefliest. Im Raum nebenan ein steinerner Tisch, ein Seziertisch. Du hörst die Worte der Frau, die durch
diese Räume führt – und plötzlich hörst du mehr. Du hörst 10.000 Schreie, siehst 10.000 verängstigte Menschen, die hier in nur wenigen Monaten zum „Duschen“ zusammengetrieben wurden. Tränen
lassen sich nicht zurückhalten.
Es ist die Gaskammer der Tötungsanstalt in Hadamar, in der über 10.000 Menschen mit körperlichen und psychischen Beeinträchtigungen – und solche, die dazu erklärt worden waren – ermordet wurden.
Angekarrt in den „Grauen Bussen“, wurden sie direkt in diesen Keller geführt und systematisch umgebracht. Auf dem Seziertisch wurden ihnen Goldzähne zur weiteren Verwendung und auch Gehirne zu
Forschungszwecken entnommen. Danach wurden ihre Körper über einen extra blank polierten Estrich zu den beiden Öfen geschleift und verbrannt – bis sich Unruhe in der Bevölkerung und Protest
seitens der Kirche regten anlässlich der beständig rauchenden Schlote.
Man baute die Öfen zurück und widmete die Tötungsanstalt offiziell wieder um in eine Heilanstalt und ermordete in den folgenden Jahren weitere 4.500 Menschen mittels Giftspritze und Hunger. Um
weiteres Aufsehen zu vermeiden, wurden sie zu mehreren auf dem angrenzenden Friedhof verscharrt und immer nur ein Kreuz gesetzt.
Dieses zutiefst menschenverachtende, systematische und durchorganisierte Vorgehen ist nur sehr schwer zu ertragen.
Heute kann man Gebäude und Friedhof als Gedenkstätten besuchen, Anfang Juli waren wir mit mehreren OMAs sowie Lehrkräften und Schülern der Mansfeldschule Bochum dort.
Die Mansfeldschule steht mit gleich zwei AGs der OMAS GEGEN RECHTS Bochum & West in Kontakt: Zum einen mit der AG "Euthanasie" im Nationalsozialismus, die die Verlegung einer Stolperschwelle
für die Euthanasie-Opfer in Bochum für 2026 plant, und zum anderen mit der AG Zusammenarbeit mit Schulen, die stellvertretend für die Bochumer OMAs die Patenschaft zur Verleihung des Labels
„Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ an die Mansfeldschule übernommen hat.
